CD Review: Gotthard – Firebirth

Hallo zusammen

Letzten Sonntag wurde das neueste Studioalbum der Schweizer Hard Rock Band „Gotthard“ in der offiziellen Schweizer Hitparade auf Platz 1 der Album Charts geführt. „Firebirth“ scheint also bei den Fans sehr viel anklang zu finden, zumindest auf den ersten Blick.

Gotthard 2012

Liest man sich dann nämlich einmal kurz durch die Bewertungen auf CeDe.ch wird einem schnell klar, dass das Fanlager doch ziemlich gespalten ist. Vor allem über den Job des neuen Sängers Nic Maeder wird viel gestritten und diskutiert. Was man unbedingt anfügen muss, ist, dass „Gotthard“ sich beim neuen Album wohl auf einer ziemlichen Gratwanderung befanden. Einerseits ging es darum, einen möglichst guten Ersatz (sofern dies überhaupt möglich ist) für den verstorbenen Steve Lee zu finden. Andererseits würde ein neuer Frontmann auch diverse Chancen bieten, zu etwas Veränderung. Vor allem über die Frage, wie „Gotthard“ denn nun diese Aufgabe bewältigte, wird viel gestritten. Von vielen hört man, sie hätten die Chance zu etwas Veränderung in ihrem Musikstil völlig verschlafen und würden irgendwie alt klingen. Andererseits kann man aber wohl kaum einen radikalen Wechsel durchführen, denn dann würde man wahrscheinlich noch viel mehr Fans verärgern. „Gotthard“ stand also vor einer sehr schwierigen Aufgabe. Auch wir wagten uns diese Woche an eine schwierige Aufgabe, nämlich das Schreiben einer Review über „Firebirth“.

Gotthard Firebirth

Zuerst noch kurz zu Nic Maeder. Er ersetzt seit dem 20. November 2011 den im Jahre 2010 verstorbenen Steve Lee. Maeder ist ein Schweizerisch-Australischer Doppelbürger und setzte sich gegen mehrere Konkurrenten, die sich ebenfalls um den Posten als neuen Sänger bei „Gotthard“ bewarben, durch.

Nic Maeder

Begonnen wird mit „Starlight“. Es dauert nicht lange, da wird das Geheimnis um die neue Stimme bei „Gotthard“ gelüftet. Wir sind von der Stimme wirklich positiv überrascht. Auch der Song kann uns überzeugen. Man bekommt eine flüssige Hard Rock Nummer zu hören, ohne viele Verschnörkelungen, wie man es sich von Gotthard gewohnt ist. Unserer Ansicht nach meistert Maeder den ersten Song sehr gut. „Give Me Real“ trumpft mit spannenden und abwechslungsreichen Gitarrenriffs auf. Die Anforderungen an Maeder werden noch einmal gesteigert, doch auch das meistert er sehr zufriedenstellend. „Gotthard“ lassen dieses Mal auch ein Gitarrensolo in den Song mit einfliessen. Ein eingängiger Refrain rundet den Song ab. Mit „Remember It’s Me“ geht es mit einer Powerballade weiter. Akustikgitarrenklänge läuten den Song ganz gemächlich ein, bevor wieder die elektrischen zum Einsatz kommen. Das Tempo ist gegenüber den vorherigen Songs sehr gedrosselt. „Remember It’s Me“ ist der erste sehr gefühlsvolle Song auf „Firebirth“. Auch an diese Art von Song kann Maeder seine Stimme gut anpassen. Er variiert sie scheinbar problemlos zwischen gefühlsvoll und extrem kraftvoll. Wiederum sorgt ein ausgedehnter und einprägsamer Refrain dafür, dass man den Song nicht so schnell wieder aus dem Kopf bekommt. Mit „Fight“ wird es dann wieder bedeutend rockiger. Der Track steht für einen wunderschönen Fluss und ein gelungen lockeres Riffing. Ebenfalls miteingebaut wird ein Gitarrensolo. „Yippie Aye Yay“ ist dann ein regelrechter gute Laune Macher Song mit einer dementsprechend fröhlich wirkenden Melodie. Leider wirken die Lyrics zu diesem Song etwas uninspiriert und im Gegensatz zu den bisherigen etwas bescheiden. Mit „Tell Me“ warten „Gotthard“ mit einer Ballade auf. Ruhige Gitarren und Klavierklänge bestimmen während der ganzen Zeit das Geschehen. Entstanden ist ein sehr gefühlsvoller Herzschmerz Song, wie man ihn von den Tessinern in der Vergangenheit schon öfters zu hören bekam. Nachdem die beiden Lieder „Shine“ und „The Story’s Over“ in den Massen von Songs unterzugehen drohen, folgt mit „Right On“ wieder ein sehr einprägsamer Song. Vor allem die ersten zwanzig Sekunden machen den Track zu demjenigen, mit dem grössten Wiedererkennungswert auf dem gesamten Album. Der Song wird schnell gespielt und vor allem der immer wiederkehrende Gitarrenpart macht Stimmung. Mit „Tack It All Back“ folgt dann noch einmal ein sehr lockerer und ruhig dahinfliessender Song, der eher im Soft als im Hard Rock Bereich anzusiedeln ist. Lasst uns zum letzten Song übergehen. Der Track „Where Are You“ ist dem verstorbenen Steve Lee gewidmet. Die Stimmung ist natürlich sehr melancholisch und traurig. Die Band verarbeitet den Tod ihres ehemaligen Frontmannes noch einmal auf musikalische Weise und sie geben ihm noch einmal die letzte Ehre. Das verblüffende ist, dass Nic Maeder hier beinahe so klingt, wie Steve Lee früher.

Ansonsten werden Steve Lee im Booklet übrigens nicht mehr sehr viele Worte gewidmet, bis auf den Satz: Steve, Wherever You Are…Always And Forever In Our Hearts!

Fazit: Aus unserer Sicht macht der neue Sänger von „Gotthard“, Nic Maeder, sofern man dies bei einem Studioalbum beurteilen kann, einen wirklich guten Job. Sowohl powervolle, rockige Songs als auch die schönsten Balladen meistert er problemlos. Genau wie Steve Lee wird er natürlich nie sein, soll er von uns aus gesehen auch nicht. Wir denken, dass sich die Fans mit dem neuen Frontmann anfreunden werden können. Wie er sich Live schlägt, auch mit den alten Klassikern, wird sich zeigen.
Die Songs sind insgesamt als gut bis sehr gut zu werten. Die Platte weist aber ein rechtes Gefälle auf bzw. einige Songs stechen wirklich hervor und andere gehen aber dann beinahe unter. Wir vergeben dieses Mal die Note 5.

Wir wünschen euch damit eine schöne Woche.

Mit freundlichen Grüssen

Martin Schneider

Hinweis: Auch auf unserer Website gab es damals einen Bericht über den Tod von Steve Lee. Hier ist der Link.


Das Wichtigste in Kürze
Band: Gotthard
Genre: Hard Rock
Album: Firebirth
Note: 5

Trackliste:

01. Starlight
02. Give Me Real
03. Remember It’s Me
04. Fight
05. Yippie Aye Yay
06. Tell Me
07. Shine
08. The Story Is Over
09. Right On
10. S.O.S.
11. Take It All Back
12. I Can
13. Where Are You (dedicated to Steve Lee)

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